Dienstag, 28. Februar 2012

Wörterkiste #2

Sehr geehrte Damen und Herren,

wieder einmal habe ich mich für Sie auf die gefährliche und schweißtreibende Suche nach ungewöhnlichen oder vom Aussterben bedrohten Wörtern und Formulierungen begeben. Ein paar wildlebende Exemplare konnte ich auch diesmal erbeuten, sie stecken alle in dieser geheimnisvollen Kiste.
Wollen Sie mal einen Blick hineinwerfen? Warten Sie, ich hebe den Deckel einen Spalt an, aber nur ein wenig. Können Sie schon was erkennen? Ja, da sind sie, ganz klein zusammengerollt, aber der Scheint trügt. Bitte nicht näher ran, man weiß ja nie. Nein, das sind keine Pflanzenfresser. Nicht näher, hab ich gesagt!! Oh-oh...

Sehr verehrte Herrschaften, heute für Sie in der Wörterkiste:

Kennen Sie die Eckhalben? So nennt oder nannte man die Bierflaschen, die ihren Platz in den Ecken des Kastens haben. Sie sollen übrigens besonders beliebt sein, weil sie sich länger kühl halten.

Etwas bekannter dürfte der Begriff "Groschengrab" sein, aber ich habe ihn aus reiner Nostalgie in meine Sammlung aufgenommen. Gemeint sind diverse Anlagen und Maschinen, die sich von Kleingeld ernähren, wie beispielsweise die Parkuhr oder eine heute nur noch selten anzutreffende Jukebox.

Dem ehemaligen DDR-Satiremagazin "Eulenspiegel" soll die hübsche Bezeichnung "Jahresendflügelfigur" entstammen. Gemeint ist bezeichnenderweise ein Weihnachtsengel.

Schauerlich klingt dagegen die Bedeutung des Sprichwortes "Pfeffer im Arsch haben". Dieser Satz geht offenbar auf eine üble Methode zurück, um unwillige Esel und Pferde mittels Chilischoten zum Laufen zu bewegen.


Herzliche Grüße
Birgit Böckli

Freitag, 24. Februar 2012

Autoreninterview mit Tanja Kinkel

Mein heutiger Gast hat erreicht, wovon viele junge Autoren träumen. Längst ist ihr Name ein fester Begriff in der deutschen Literaturszene, ihre historischen Romane verkauften sich millionenfach und wurden in viele verschiedene Sprachen übersetzt. Herzlich Willkommen, Tanja Kinkel.


Liebe Tanja, ganz herzlichen Dank, daß du dich bereit erklärt hast, meine Fragen zu beantworten. Du hast, glaube ich, schon recht früh mit dem Schreiben angefangen. War es schon immer dein Wunschtraum, Geschichten zu schreiben oder gab es irgendein Schlüsselerlebnis?

Tanja: Es gab nie ein Schlüsselerlebnis, und abgesehen von einer Kindergartenvorstellung, Seiltänzerin werden zu wollen, war es tatsächlich schon von meiner Grundschulzeit an mein Wunschtraum. Ich las mit Begeisterung, sobald ich lesen konnte, dachte mir Geschichten aus, und es erschien mir nur logisch, sie aufschreiben zu wollen.

Wie stark steckst du in in deinen Themen drin? Kommt es vor, daß dich die Handlung einer Geschichte bis in deine Träume verfolgt oder dir sogar Angst macht?

Tanja: Hin und wieder mache ich meine Erfahrungen mit dem „Der Abgrund blickt in dich zurück“ Phänomen. Als ich seinerzeit die „Puppenspieler“  schrieb, fing ich ganz gegen meine Gewohnheit nicht mit dem Anfang an, weil ich mich noch nicht den ersten hundert Seiten gewachsen fühlte, in denen es um einen Hexenprozess geht, der zum größten Teil aus der Sicht der Täter beschrieben ist. Auf der positiven Seite habe ich oft die Erfahrung gemacht, daß man sich als Autorin nicht nur während des Schreibens, sondern auch noch Jahre später sehr besitzergreifend in bezug auf seine Charaktere fühlt, ob historisch oder erfunden, und manchmal noch Jahre nach dem Roman  in bestimmten Situationen an sie oder das, was mit ihnen geschah, denkt wie an Menschen aus dem eigenen Familienkreis.  Es ist mir zum Beispiel nicht mehr möglich, an Ägypten zu denken, ohne in Gedanken die sehr unterschiedlichen Kommentare von Sarah Belzoni und Bernardino Drovetti zu hören!

Was für Bücher gibt es bisher von dir zu kaufen? Bist du auf ein Genre fixiert oder könntest du dir auch vorstellen, mal was ganz anderes auszuprobieren?

Tanja: Die meisten meiner vierzehn bisher erschienenen Romane sind zwar historischer Natur, aber nicht alle. Ein Gegenwartsroman, ein Roman aus dem  20. Jahrhundert, der nach dem zweiten Weltkrieg endet, ein Kinderbuch und ein Fantasy-Roman sind auch dabei, was die Frage an sich schon beantwortet.  Geschichte ist meine große Passion, auch, weil sie so eine Vielzahl an völlig unterschiedlichen Themenbereichen birgt, aber natürlich mache ich hin und wieder auch Ausflüge in ganz andere Bereiche, unter anderem durch Anthologiebeiträge.

Die Titel meiner Romane, und der Anthologien, in denen Kurzgeschichten von mir erschienen sind, finden sich auf meiner Website, www.tanja-kinkel.de.

Wie sieht bei dir eine Lesung aus?

Tanja: Die jeweilige Buchhändlerin oder der Buchhändler stellt mich vor, ich lese etwa 45 Minuten lang aus dem jeweils neuesten Roman, und dann beantworte ich Fragen und erzähle etwas über den Hintergrund des Buches und über das Schreiben im Allgemeinen. Das nimmt, je nach Publikum, ungefähr eine halbe Stunde in Anspruch. Manchmal ist es nötig, erst ein, zwei Anekdoten zu erzählen, damit die Leute sich genügend entspannen, um die ersten Fragen zu wagen. Irgendwann, wenn klar ist, daß keine Fragen mehr kommen, gehe ich zum Buchsignieren über.

Was ist das Besondere an deiner Art zu schreiben?

Tanja: Das ist mehr eine Frage für meine Leser, weil man über sich selbst natürlich nicht objektiv sein kann. Ich versuche vor allem, glaubwürdig zu schreiben. Damit meine ich nicht nur, daß meine Recherche stimmt, sondern vor allem, daß die Charaktere und das, was mit ihnen geschieht, aus sich selbst innerhalb meines Romans glaubwürdig herüber kommen. Das heißt, es ist nicht genügend, zu sagen: so oder so ähnlich ist es passiert; Leser, die nicht die geringste Ahnung haben, ob Charakter X nun erfunden wurde, oder tatsächlich gelebt hat, müssen trotzdem allein basierend auf dem jeweiligen Roman verstehen, warum X tut, was sie oder er tut.

Wie sieht es mit deiner Disziplin aus? Bist du eher ein Tag- oder Nachtarbeiter? Wie gehst du einen neuen Stoff an?

Tanja: Ich bin mehr ein Tag-, als ein Nachtmensch. Wenn ich schreibe, dann vor allem tagsüber, den ganzen Tag. Aber das ist erst ein relativ spätes Stadium beim Verfassen eines Romans. Zu Anfang steht die Recherche, die bei mir im Durchschnitt eineinhalb Jahre in Anspruch nimmt, und zwar bei Gegenwartsstoffen nicht minder als bei historischen. Dabei habe ich eine Grundidee und versuche dann, so viel wie möglich über die verschiedenen im Roman vorkommenden Personen, ihre jeweiligen Hintergründe, den Alltag der Epoche und alles von Kochrezepten zu Lieblingsbüchern, soweit vorhanden, herauszufinden. Während der Recherche entscheidet sich dann, ob ich über das gesamte Leben einer Person oder nur einen Ausschnitt schreiben möchte, welche Themen am wichtigsten sind, etc.

Wie stark setzt einen die Arbeit als Autor unter Druck? Wie gehst du mit Deadlines und der Erwartungshaltung deiner Leser um?

Tanja: Mit Deadlines hatte ich bisher vor allem bei Kurzgeschichten und Essays zu tun, und bei meinem Fantasy-Roman, der für ein größeres Projekt geschrieben wurde. Es ist ein guter Ansporn, aber im allgemeinen reicht der Druck, unter den ich mich selbst setze. Was meine Leser betrifft: als Leserin anderer Autoren ist für mich ein Roman dann ein gelungener Roman, wenn ich ihn nach der Erstlektüre gleich noch einmal beginnen möchte, wenn mich die Personen und Themen weit über die Lektüre hinaus beschäftigen. Und diese Erwartung versuche ich auch als Autorin zu erfüllen.

Wie sieht es mit dem Traum von der eigenen Bekanntheit aus? Siehst du auch Nachteile?

Tanja: Autoren sind zum Glück nicht im gleichen Sinn berühmt wie Popstars oder Politiker. Fünfmal im Jahr erkannt zu werden, ist schmeichelhaft; fünfmal am Tag wäre merkwürdig und vielleicht auch nervig, aber so etwas passiert einem Schriftsteller nicht. Andererseits bedeutet ein gewisser Bekanntheitsgrad, daß man seinerseits eine Menge Menschen kennen lernen kann, die einem sonst unerreichbar gewesen wären, und das ist natürlich von Vorteil.

Welche Eigenschaften sollte ein zukünftiger Autor mitbringen?

Tanja: Erzählfreude, Disziplin und die Bereitschaft, sich nach der ersten instinktiven „Ja, aber…“ Reaktion, die man NIE los wird, auch nach vielen Jahren, auf konstruktive Kritik mit „hm, könnte vielleicht doch was dran sein“  einzulassen.

Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie ist an dem Spruch, daß Genie und Wahnsinn nahe beieinander liegen, tatsächlich was dran. Zumindest fanden sich in den Gehirnen kreativer und künstlerisch tätiger Menschen Veränderungen, die denen geistig kranker Menschen ähnelten. Wie denkst du darüber? Sind Schriftsteller eine besondere Spezies?

Tanja: Sie sind Menschen, die versuchen, gefühlten und gedachten Realitäten durch ihre Worte Form zu geben, was mutmaßlich eine gewisse Gemeinsamkeit darstellt. Allerdings glaube ich auch, daß man sich vor dem Umkehrschluß hüten sollte. Endlos seine eigenen Neurosen zu untersuchen, macht einen nicht notwendigerweise zu einem guten Schriftsteller. Und viele von uns haben ein völlig banales Alltagsleben ohne Exzesse, eben weil wir uns auf das Schreiben konzentrieren.

Wie sieht für dich der ideale Verlag aus? Was würdest du dir von einem Verlag wünschen?

Tanja: Ein gutes Lektorat und regen Einsatz für die Autoren bei Medien, Buchhändlern und Verlagen im Ausland, die für Übersetzungen in Frage kommen; niemals ein Verlassen darauf, daß die Medien, Buchhändler und Lizenznehmer auf den Verlag zu kommen.

Viele Autoren veröffentlichen ihre Bücher inzwischen ohne Verlag, manche mit ganz beachtlichem Erfolg. Das eBook ist im Kommen, Verlage versuchen sich an völlig neuen Konzepten. Wie stellst du dir den Buchmarkt in zehn Jahren vor?

Tanja: Ich lasse mich von der Zukunft überraschen.

Worauf dürfen wir uns als nächstes aus deiner Feder freuen? Woran arbeitest du gerade?

Tanja: Ich bin noch mit meinem im November erschienenen ziemlich erfolgreichen Roman „Das Spiel der Nachtigall“ auf Lesereise und bei der Recherche für mein nächstes Buch. Aber solange ein Roman noch nicht geschrieben wurde, rede ich nicht über ihn, da bin ich abergläubisch.

Vielen Dank für das spannende Interview, liebe Tanja.
Hier gibt es weitere Informationen über Tanja Kinkel und ihre Bücher




Nächsten Freitag im Interview: Sylvia Dölger

Freitag, 17. Februar 2012

Autoreninterview mit Michael Johansen

Und weiter geht es mit meiner Interview-Reihe "Der Freitagsautor". Mein heutiger Gast ist Autor mehrerer Kurzgeschichtensammlungen und einer Fantasyreihe. Herzlich Willkommen, Michael Johansen.










Lieber Michael, vielen Dank, daß du dich meinen Fragen stellen möchtest. Wo lagen denn bei dir die Anfänge? War es schon immer dein Wunschtraum, Geschichten zu schreiben oder gab es irgendein Schlüsselerlebnis?
Michael: Wenn ich jetzt zurückblicke, dann war es das wohl immer. Und Literatur begleitet mich seit meiner Kindheit. Aber für den tatsächlichen Beginn gab es wirklich ein Schlüsselerlebnis. Ich war in einer Klinik und habe versucht, das dort Erlebte zu verarbeiten.

Wie stark steckst du in deinen Themen drin? Kommt es vor, dass dich die Handlung einer Geschichte bis in deine Träume verfolgt oder dir sogar Angst macht?
Michael: Ich stecke total drin. Bei den Geschichten von „Lananda der Elfenkönigin“ lebe und leide ich mit den Protagonisten. Die lassen mich allerdings nachts in Ruhe. Bei der Reihe „Geschützte Abteilung“ war es eher umgekehrt. Da habe ich am Anfang versucht, meine nächtlichen Ängste zu verarbeiten.

Was für Bücher gibt es bisher von dir zu kaufen? Bist du auf ein Genre fixiert oder könntest du dir auch vorstellen, mal was ganz anderes auszuprobieren?
Michael: Bisher gibt es meine Bücher ausschließlich als eBook.
„RAUS – Geschichten aus der geschützten Abteilung“
„DRAUSSEN – Geschichten vor der geschützten Abteilung“
„Lananda die Elfenkönigin – Band 1, Peter und Sandra“
„Bohrende Fragen“

Das sind schon sehr unterschiedliche Genres. Die ersten beiden behandeln ein sehr ernstes aber hochbrisantes Thema, psychische Erkrankungen und den Umgang der Gesellschaft damit.
„Lananda“ ist ein Teenager-Liebesgeschichte mit Fantasy-Elementen und die „Bohrenden Fragen“ beleuchten die Welt humorvoll aus Kindersicht.

Hast du schon einmal eine Lesung veranstaltet/ Wie könnte eine Lesung bei dir aussehen bzw. wie sieht sie aus?
Michael: Ja, gemeinsam mit meinem Sohn, einem Liedermacher. Das war eine Mischung aus Songs von ihm und meinen Texten. So etwas könnte ich mir auch in Zukunft wieder vorstellen.
 
Was ist das Besondere an deiner Art zu schreiben?
Michael: Das ist für den Schreiberling selbst immer schwer einzuschätzen. Ich versuche authentisch zu sein. Meine ganze Freude, Angst, Wut und Trauer soll in meinen Texten Platz finden. Da will ich nichts zurück halten.

Wie sieht es mit deiner Disziplin aus? Bist du eher ein Tag- oder Nachtarbeiter? Wie gehst du einen neuen Stoff an?
Michael: Ich denke, dass es ohne Disziplin nicht funktioniert. Dabei bin ich eher ein Tagarbeiter.
Ein neuer Stoff kommt einfach auf mich zu. Meistens drängt etwas in mir, dass es niedergeschrieben werden will.

Wie stark setzt einen die Arbeit als Autor unter Druck? Wie gehst du mit Deadlines und der Erwartungshaltung deiner Leser um?
Michael: Das ist auch ein schwieriges Thema. Ohne einen gewissen Druck geht es nicht. Der kann sogar die Kreativität befördern. Wird es zuviel, kann es ganz schnell zusammenbrechen. Das ist ein schmaler Grat.
Natürlich interessiert mich, wie meine Leser über den Inhalt meiner Texte denken. Ich würde ihnen aber nie „nach dem Maule“ schreiben. Da habe ich zuviel Achtung vor ihnen. Die können erwarten, dass ich völlig hinter meinen Geschichten stehe.

Wie sieht es mit dem Traum von der eigenen Bekanntheit aus? Siehst du auch Nachteile?
Darüber mache ich mir noch nicht so viele Gedanken. Jetzt möchte ich erst einmal etwas bekannter werden.

Welche Eigenschaften sollte ein zukünftiger Autor mitbringen?
Michael: Sich absolut treu zu bleiben und ein großes Durchhaltevermögen mitbringen. Etwas Talent und Handwerk wären auch nicht schlecht.

Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie ist an dem Spruch, dass Genie und Wahnsinn nahe beieinander liegen, tatsächlich was dran. Zumindest fanden sich in den Gehirnen kreativer und künstlerisch tätiger Menschen Veränderungen, die denen geistig kranker Menschen ähnelten. Wie denkst du darüber? Sind Schriftsteller eine besondere Spezies?
Michael: Das ist eine ziemlich schräge Frage, nicht weil sie nicht zutreffen würde, sondern weil ich damit meine ganz speziellen Erfahrungen gemacht habe.
Meine ersten Texte sind nach einem Zusammenbruch in der Psychiatrie entstanden. Ich scheine also diese These zu bestätigen.

Wie sieht für dich der ideale Verlag aus? Was würdest du dir von einem Verlag wünschen?
Michael: Ich habe keine Erfahrungen mit Verlagen gemacht. Mein Wunsch nach Unabhängigkeit hat mich immer davon abgehalten.
Wenn, dann wünschte ich mir einen Verlag als Partner auf Augenhöhe, und nicht einen, bei dem man sich als neuer und unbekannter Autor wie ein Bittsteller vorkommt.

Viele Autoren veröffentlichen ihre Bücher inzwischen ohne Verlag, manche mit ganz beachtlichem Erfolg. Das eBook ist im Kommen, Verlage versuchen sich an völlig neuen Konzepten. Wie stellst du dir den Buchmarkt in zehn Jahren vor?
Michael: Da kann ich kaum eine Prognose wagen. Im Moment hat man das Gefühl, dass da ein Glaubenskrieg (Verlag oder nicht, eBook oder gedrucktes Buch) entfacht ist. Ich hoffe, dass es zukünftig nicht so fundamentalistisch gesehen wird und ein vielfältiges Spektrum entsteht.
Dabei ist immer entscheidend, dass gute Literatur gemacht wird. Und die ist auf allen Plattformen möglich.

Worauf dürfen wir uns als nächstes aus deiner Feder freuen? Woran arbeitest du gerade?
Michael: Ich arbeite am zweiten Teil von „Lananda der Elfenkönigin“ mit dem Arbeitstitel „Oydos“. Parallel dazu entstehen Kurzgeschichten, die sich mit den momentanen gesellschaftlichen Zuständen beschäftigen.
Außerdem möchte ich noch die Reihe „Geschützte Abteilung“ fortsetzen.

Lieber Michael, ganz herzlichen Dank für die spannenden Antworten. 
Und wenn Sie, liebe Leser, jetzt Lust bekommen haben, etwas mehr über Michael Johansen und seine Bücher zu erfahren, schauen Sie doch einfach mal auf seiner Homepage, seinem Blog oder direkt auf der Amazon Autorenseite vorbei.

Herzliche Grüße
Birgit Böckli


Nächsten Freitag im Interview: Bestsellerautorin Tanja Kinkel

Dienstag, 14. Februar 2012

Wörterkiste die Erste

Liebe Leserinnen und Leser,

herzlich willkommen zur ersten Ausgabe der Wörterkiste. Als Autorin habe ich natürlich einen engen Bezug zu Worten und interessiere mich für alles, was man damit so anstellen kann. Deswegen habe ich mich in letzter Zeit einmal im Internet nach neuen, unbekannten, altmodischen oder einfach nur seltsamen Ausdrücken umgeschaut.
Heute präsentiere ich meine ersten Fundstücke:

Friedhofsblond - altmodische Bezeichnung für grauhaarige Menschen
Keraunophobie - so nennt man die Angst vor Gewittern
Plenk - ein falsch gesetztes Leerzeichen, hauptsächlich vor einem Komma oder einem Punkt.
Rebab - ein arabisches Streichinstrument
Bromberbums - wobei das größte Geheimnis für mich in der Schreibweise mit einem e besteht. Dieses Wort soll für den Liebesakt mit einem unrasierten Partner stehen :o)

Und wem das noch nicht böse genug war, für den hab ich auch noch eine Abkürzung gefunden:

Den Geheimcode HUGO verwenden angeblich Reiseleiter, um die anderen Mitreisenden nicht in Panik zu versetzen. Die Rede ist von einem plötzlich verstorbenen Fahrgast. (Heute Unerwartet Gestorbenes Objekt) Da bekommt man doch richtig Lust, mal wieder in Urlaub zu fahren. :)

Wenn Sie auch ein paar witzige oder ungewöhnliche Worte kennen, dürfen Sie sie gerne hier als Kommentar posten, ich bin gespannt.

Herzliche Grüße
Birgit Böckli

Freitag, 10. Februar 2012

Autoreninterview mit Barbara Krauß

Heute startet auf diesem Blog eine neue Reihe.
Unter der Rubrik "Der Freitagsautor" möchte ich jeden Freitag eine Autorin oder einen Autor vorstellen. Zu diesem Zweck habe ich einen kleinen Katalog mit Interviewfragen verschickt, und ich bedanke mich ganz herzlich für die Bereitschaft der Autoren, an meiner Interviewserie teilzunehmen. :)


Mein erster Gast ist Barbara Krauß.











Barbara Krauß wurde 1961 in Speyer geboren und lebt seit Mitte der neunziger Jahre in Freisbach. Sie schreibt Romane und Kurzgeschichten und betreibt sogar einen eigenen kleinen Verlag.
Aber lassen wir sie selbst zu Wort kommen:

Liebe Barbara, ganz herzlichen Dank, daß du dich bereit erklärt hast, meine Fragen zu beantworten. Wie hat das bei dir angefangen? War es schon immer dein Wunschtraum, Geschichten zu schreiben, oder gab es irgendein Schlüsselerlebnis?
Barbara: Als Kind war ich gut im mündlichen Geschichten-Nacherzählen, als Jugendliche furchtbar lesefaul – ich habe mich lieber draußen rumgetrieben. In der Schule und im Studium wurde oft mein Schreibstil gelobt – ich habe mich zwar gefreut, mir aber nicht viel dabei gedacht. Mit Anfang zwanzig ging es dann plötzlich los: wie eine Verrückte habe ich angefangen zu schreiben. Aber ein Schlüsselerlebnis? Eigentlich nein.

Wie stark steckst du in deinen Themen drin? Kommt es vor, dass dich die Handlung einer Geschichte bis in deine Träume verfolgt oder dir sogar Angst macht?
Barbara: Wirklich autobiografisch sind bei mir die wenigsten Geschichten. Aber ein Thema muss sich mir aufdrängen, mich beschäftigen, und insofern steckt natürlich auch immer so manches von mir selber drin. Ich denke in Bildern (mit dem berühmten „Kino im Kopf“) und wäre vielleicht eine gute Drehbuchschreiberin geworden.
Über Themen, die mir Angst machen, kann ich nicht schreiben: ich muss mich mit meinem Personal identifizieren und zugleich meine Phantasien den Lesern auch zumuten können. So könnte ich zum Beispiel nie über Grausamkeiten schreiben, denn so etwas will ich selbst nicht lesen.


Was für Bücher gibt es bisher von dir zu kaufen? Bist du auf ein Genre fixiert oder könntest du dir auch vorstellen, mal was ganz anderes auszuprobieren?
Barbara: Als Taschenbuch zu kaufen gab/gibt es bisher meinen Roman „Vincent. Stationen eines Abschieds“ (ausgezeichnet mit dem Martha-Saalfeld-Förderpreis des Landes Rheinland-Pfalz) und die Kurzgeschichtensammlung „Sommer und längere Geschichten“. Außerdem jetzt ganz neu als eBooks: „Vincent...“ in einer überarbeiten Fassung (als Taschenbuch ist der Roman vergriffen) und zwei weitere Kurzgeschichten. 
Auf ein Genre bin ich nicht fixiert, im Gegenteil: ich experimentiere gerne, habe neben Romanen und Kurzgeschichten auch Theaterstücke in der Schublade.


Hast du schon einmal eine Lesung veranstaltet/ Wie könnte eine Lesung bei dir aussehen bzw. wie sieht sie aus?
Barbara: Ich habe schon einige Lesungen gemacht, mal auf Einladung, mal selbst veranstaltet (zu meinen Buchpräsentationen). Vor vielen Jahren war ich zu einer einstündigen Radiosendung im Südwestfunk eingeladen, „Literatur auf dem Prüfstand“. Das hieß damals: Live-Lesung (von mir), Live-Diskussion (zwei Literaturkritiker, ein Moderator und ich) – ein Heidenspaß!
In meiner Kurzgeschichtensammlung „Sommer und längere Geschichten“ gibt es einen Sketch, „Glaubensfrage – Ein Monolog vor Zeugen“: Da steht ein Mann in Trenchcoat und Hut in einem Stadtpark auf einer Holzkiste – und spricht. Natürlich nimmt er sein Publikum auf die Schippe... Diesen Sketch habe ich bei einigen Lesungen dann auch selbst vorgespielt.


Was ist das Besondere an deiner Art zu schreiben?
Barbara: Ganz klar: die Sprache. Ich feile ausgiebig an meinen Sätzen, lege Wert auf eine Sprachmelodie, lese immer und immer wieder, was ich geschrieben habe, prüfe, ob es „klingt“. Das geht mir auch beim journalistischen Schreiben so. Leser müssen von der Sprache in den Text hineingezogen werden, sich buchstäblich tragen lassen, nicht aufhören können, bis sie am Ende sind. Wenn ich höre: „Das ist aber ein schöner Text, ein ganz neuer Ton!“, bin ich sehr stolz – denn dafür schreibe ich. Schreiben ist Kunst, nicht nur Transport von Informationen.

Wie sieht es mit deiner Disziplin aus? Bist du eher ein Tag- oder Nachtarbeiter? Wie gehst du einen neuen Stoff an?
Barbara: Ganz unterschiedlich. Wenn mir eine neue Geschichte einfällt, muss ich sie schnell festhalten. Dann liegen bei mir im Haus an verschiedenen Stellen Zettel und Stifte parat, auch auf dem Nachttisch. Dann muss ich die Szenen, die ich „sehe“, schnell aufschreiben. Das Bearbeiten kommt später: die Recherche – früher in der Labi, heute im Internet. Dann schreibe ich, wenn ich das Gefühl habe, dass „Schreibtage“ sind. Nicht jeden Tag fällt einem etwas ein, das dann auch wirklich Bestand hat. Ich habe in den vergangenen 25 Jahren vermutlich mehr in den Papierkorb geworfen, als andere geschrieben haben.

Wie stark setzt einen die Arbeit als Autor unter Druck? Wie gehst du mit Deadlines und der Erwartungshaltung deiner Leser um?
Barbara: Beim literarischen Schreiben lasse mich nicht unter Druck setzen.
Beim journalistischen Schreiben gehört das notgedrungen dazu: Wenn man samstagabends auf einer Veranstaltung war, und der Bericht darüber soll montags erscheinen, dann heißt das: sonntagmorgens den Wecker stellen und noch vor dem Frühstück schreiben, denn spätestens mittags will der Redakteur, der Sonntagsdienst hat, wissen, was er von mir bekommt. Und: einen Ehemann habe ich auch noch, der sich den Sonntag mit mir nicht am Computer vorstellt...


Wie sieht es mit dem Traum von der eigenen Bekanntheit aus? Siehst du auch Nachteile?
Barbara: Solche Fragen stelle ich mir gar nicht. Ich freue mich, wenn meine Bücher gelesen werden. Sollte man dann wirklich einmal „berühmt“ werden, ist immer die Frage, wie man das gestaltet. Ich halte es da mit dem „Zauberlehrling“: Die Geister, die ich rief...

Welche Eigenschaften sollte ein zukünftiger Autor mitbringen?
Barbara: Ausdauer! Ein dickes Fell! Eine gesunde Portion Selbstvertrauen. Die Fähigkeit, Kritik anzunehmen und das Talent, nützliche von unbrauchbarer Kritik zu unterscheiden.

Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie ist an dem Spruch, dass Genie und Wahnsinn nahe beieinander liegen, tatsächlich was dran. Zumindest fanden sich in den Gehirnen kreativer und künstlerisch tätiger Menschen Veränderungen, die denen geistig kranker Menschen ähnelten. Wie denkst du darüber? Sind Schriftsteller eine besondere Spezies?
Barbara: Sie sind schon eine Spur verrückt. Und potenzielle Lügner... Also Vorsicht!

Wie sieht für dich der ideale Verlag aus? Was würdest du dir von einem Verlag wünschen?
Barbara: Ein gutes Lektorat und Respekt vor der Arbeit eines Autors. Die meisten Lektoren könnten nie selber ein Buch schreiben – nur die wenigsten geben das zu. Kritisieren alleine ist leicht – das kann jeder.

Viele Autoren veröffentlichen ihre Bücher inzwischen ohne Verlag, manche mit ganz beachtlichem Erfolg. Das eBook ist im Kommen, Verlage versuchen sich an völlig neuen Konzepten. Wie stellst du dir den Buchmarkt in zehn Jahren vor?
Barbara: Ich hoffe, dass das eBook weiterhin Autor/innen die Möglichkeit bietet, selbst zu veröffentlichen, und wünsche mir inständig, dass dieser neue Markt nicht in ein paar Jahren schon wieder von den großen Verlagen geschluckt wird. Alle, die dutzende bis hunderte Male in Lektoratskonferenzen diskutiert und gelobt, dann aber am Ende (aus kommerziellen Gründen) doch abgelehnt wurden, haben jetzt – endlich! – die Möglichkeit, sich ohne Umwege ihren Lesern zu präsentieren, und das nicht nur regional begrenzt, sondern weltweit. 

Worauf dürfen wir uns als nächstes aus deiner Feder freuen? Woran arbeitest du gerade?
Barbara: Aktuell bearbeite ich meinen Science-Fiction-Roman, „Das Buch, die Geschichte einer Manipulation“ (der vielfach gelobt, aber dann doch abgelehnt wurde: siehe oben...). Nichts Technisches, eher eine subtile Geschichte: Sie spielt in einer fernen Welt, 323 Jahre nach der atomaren Katastrophe. Plötzlich herrscht Aufregung in dieser streng reglementierten Gesellschaft: Es heißt, es gäbe ein Buch: ein Geschichtsbuch aus der Zeit des 21. Jahrhunderts auf Erden. Können die Menschen aus dieser Geschichte lernen...?

Wo können interessierte Leser mehr über dich erfahren?
Barbara: Alle meine eBooks sind momentan nur auf Amazon zu kaufen. Hier geht es zu meiner Autorenseite.
Mehr Informationen über mich und meine (andere) Arbeit:
www.kraussverlag.de

Liebe Barbara,
herzlichen Dank für die interessanten Antworten.
Viele Grüße
Birgit Böckli


Nächsten Freitag im Interview: Michael Johansen

Mittwoch, 1. Februar 2012

Ende der Testleserunde zu "Den Tod im Herzen"

Ihr Lieben,

nun hat auch die Testleserunde zu meinem eBook "Den Tod im Herzen" ein Ende gefunden. Vielen Dank für eure/Ihre Rückmeldungen und Rezensionen. Der Gewinner des Gutscheins wurde am 31. Januar ausgelost. Gewonnen hat Petra Murach. Herzlichen Glückwunsch, liebe Petra! Du erhältst einen Amazon Gutschein im Wert von Euro 20.-